Biersteuer

Vieles in Deutschland wird durch Gesetze und Verordnungen geregelt. Auch das Hausbrauen, zumindest was die Biersteuer betrifft.

Die Besteuerung des Bieres wird im Biersteuergesetz von 1993 und in der Durchführungsverordnung von 1994 geregelt (§ 2 Abs. 1 u. 2, § 3 Abs. 3, BierStG i. . v. m. § 2 BierStV)

§ 2 BierStV

(1) Bier, das von Haus- und Hobbybrauern in ihren Haushalten ausschließlich zum eigenen Verbrauch bereitet und nicht verkauft wird, ist von der Steuer bis zu einer Menge von 2 Hektolitern im Kalenderjahr befreit. Bier, das von Hausbrauern in nicht gewerblichen Gemeindebrauhäusern hergestellt wird, gilt als in den Haushalten der Hausbrauer hergestellt.

(2) Haus- und Hobbybrauer haben den Beginn der Herstellung und den Herstellungsort dem Hauptzollamt vorab anzuzeigen. In der Anzeige ist die Biermenge anzugeben, die voraussichtlich im Kalenderjahr erzeugt wird. Das Hauptzollamt kann Erleichterungen zulassen.

Wer jährlich mehr als 200 Liter Bier für den eigenen Bedarf braut, muß ebenfalls beim Hauptzollamt eine Biersteuererklärung abgeben, und zwar spätestens am siebenten Tag nach Ablauf des Monats, in dem das Bier gebraut wurde. Hierfür halten die Hauptzollämter entsprechende Formulare bereit.

Die Höhe der abzuführenden Steuer hängt vom Stammwürzegehalt des Biers ab. Sie beträgt nach § 2 BierStG für einen Hektoliter Bier 0,787 Euro je Grad Plato. Für Brauereien bis 5000 hl ermäßigt sich der Steuersatz auf 56 vom Hundert für einen Hektoliter Bier auf 0,4407 Euro je Grad Plato.

Grad Plato ist der Stammwürzegehalt des Bieres in Gramm je 100 Gramm Bier, wie er sich nach der großen Ballingschen Formel aus dem im Bier vorhandenen Alkohol- und Extraktgehalt errechnet. Bruchteile eines Gramms (Nachkommastellen) bleiben außer Betracht.

Für 20 Liter Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 % müssen beispielsweise 1,06 Euro an Steuern gezahlt werden.

(0,2 hl x 12 % Stammwürze x 0,4407 Euro = 1,06 Euro)

Mehr Informationen auf der Webseite des Zolls