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Wie alles anfing

Schon als Kind faszinierten mich die gluckernden Gärröhrchen der Weinballons in der Küche.

Als ich 1975 im Stern in der Rubrik mittelalterliche Küche ein Rezept der Würzburger Mönche zur Metherstellung las, war es geschehen. Ich setzte also zwei Liter Met an und es gärte gut. Laut Rezept sollte die Gärung 8 - 12 Tage (Druckfehler, nicht Tage sondern WOCHEN) dauern und ich füllte nach zwei Wochen den noch gärenden Met in Mineralwasserflaschen, stellte ihn in den Schrank und vergaß ihn. Nach einem Jahr fand ich ihn wieder. Goldgelbe Farbe und viel Trub. Beim öffnen spritzte er mir um die Ohren. Als ich nach zwei Tagen und mehrmaligem lüften probierte, oh, sehr lecker !! Das wars !

Ich konnte dem mittelalterlichen Dichter nur zustimmen, der da sagte:

"Mete unt Win sind beide gut

Vür sorge, durst und armut"

Ich ergab mich also dem Genuß und kaufte mir einen Einkochtopf, Weinballons, Öchslewaage, Thermometer, Trichter usw. und begann die Honigwein - Herstellung. Durch Literaturstudium und Erfahrung erweiterte ich diese auf Frucht - und Obstweine. Mit mehreren furchtbar fruchtbaren Fruchtweinbereitern war das schon sehr lecker und vielfältig.

1983 sah ich im Schaufenster einer Drogerie einen Kitzinger "Hobby-Brau-Set" von Arauner "- ausreichend zur Herstellung von 10 Litern Vollbier". Ich bezahlte 24,00 DM und nahm ihn mit.

Im Einkochtopf auf Holz beheizter Küchenhexe eingemaischt, über Mull-Windeln im großen Sieb "geläutert". Es war nicht einfach und die Trockenhefe von Arauner ließ auch zu wünschen übrig. Der Geschmack, naja Bier-ähnlich. Es war der Anfang. Die ersten Fachbücher – Bier brauen Laing/Hendra (1987) und Bier aus eigenem Keller W. Vogel (1988) brachten schon mal mehr Einblick in die Materie als die dünne Arauner – Anleitung. Aber auch die nächsten Jahre wurde es nicht viel besser. Die elende Trockenhefe von Arauner motivierte mich nicht sonderlich. Das wurde erst 1990 anders, als ich von einem Braumeister aus Goslar (A. Wagenführ) eine frische, gärkräftige, obergärige Flüßig-Hefe bekam. Wow, auf einmal schmeckten die Biere richtig gut und sauber. Nun wurde öfters als nur einmal pro Jahr gebraut. 1991 baute ich mir einen gut isolierten Läuterbottich mit selbstgebohrten Senkboden, was das Abläutern erheblich erleichterte. Seit 1992 erfolgte ein erster Erfahrungsaustausch auf den Hobby-Brauer-Treffen mit Georg Lechner und Kollegen. Ein Kollege aus Süddeutschland erzählte mir von seinen Braukursen bei der Volkshochschule und empfahl mir, sowas auch mal in Norddeutschland anzubieten. 1996 fing ich an meine Hausbrauer-Kenntnisse in Braukursen für die VHS weiterzugeben und legte mir einen elektrisch beheizten Einkochtopf ohne Hahn zu. Wieder eine Erleichterung. Damit das kühlen schneller ging wurde eine Kühlschlange gebaut. Seit 1997 bin ich Mitglied im VHD.

1998 mit geliehenem 60 l Topf und Hockerkocher Einstieg in 19 l NC KEG Vergärung.

2000 70 l Topf mit Senkboden (Maischen und läutern) jetzt in 50 l KEG

2003 29 l Einkochtopf mit Hahn + Rost mit Maischesack maischen und läutern, Standard für den schnellen kleinen Sud zum ausprobieren von Rezepten.- einfacher gehts nicht.

In meinem Gastronomie-Kühlschrank passen ein 50 l und ein 30 l KEG oder aber 4 x 19 l NC unten und drüber 4 x 9 l NC mit Platz für Zapfanschlüsse.

Außerdem ein Faß-Kühlschrank für einmal 30 l KEG oder zweimal 19 l NC.

Das schränkt in der warmen Jahreszeit meine Brau-Kapazität ein. Deswegen braue ich also lieber viele kleine Sude und kann immer wieder was anders brauen bzw. variieren.

Seit Jahren versorge ich meine Hausbrauerkollegen auch mit Braubedarf.

 

Allzeit Gut Sud

Hopfen und Malz rein in Hals

Jürgen

 

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entspann Dich bei einem selbstgebrauten Bier